
Die Bäckerei um 1920
Im Februar 1920 war so hoher Grundwasserstand, dass das Wasser bis zur Backofenfeuerung ging. Das Brotbacken war wegen der ungenügenden Grundhitze fast unmöglich geworden. Während der notwendigen Reparatur kam der Sohn Wilhelm aus der Kriegsgefangenschaft zurück.

Der erste Teigkneter
Am 1. Oktober 1920 übernahm dann Bäckermeister Wilhelm Braune jun. die Geschicke der Bäckerei. 1921 erfolgte die Anschaffung der ersten kraftbetriebenen Maschine, eines Teigkneters. 1922 wurde ein neuer 3herdiger Dampfbackofen gebaut, der bis zum Jahre 1990 täglich seinen Dienst versah. Die folgenden Jahre brachten eine stürmische Entwicklung mit sich. In jedem Jahr wurde klug investiert, verbessert und vergrößert.

Der 3-herdige Dampfbackofen
1931 wurde ein großes Baujahr. Der Hausflur wurde auf die Seite des Hauses gelegt, um Platz für einen großen Laden so, wie wir ihn heute kennen zu schaffen. Dabei erhielt die Fassade ihr heutiges Aussehen. 30 Menschen erarbeiteten sich in dem modernen Betrieb ihr tägliches Brot. Eine weitere Vergrößerung war aus räumlichen Gründen am angestammten Platz nicht möglich und auch nicht vorgesehen. Schon in Vorbereitung des Krieges wurden importierte Rohstoffe knapp, das Angebot einfacher, Arbeitskräfte eingezogen.
Am 14. April 1945 konnte das Haus nur mit größtem Einsatz gerettet werden. Dank eines eigenen Brunnens auf dem Grundstück gelang es, dem Flammenmeer nach dem Bombenangriff Einhalt zu gebieten. Nach dem Bombenangriff ruhte der Backbetrieb eine Woche, nach der Besetzung wenige Tage. Am 3. Juli 1945 wurde Wilhelm Braune verhaftet und war dann als Kriegsgefangener für zwei Jahre in Russland. Aber das Leben ging weiter.