Der Gründungswille ist enorm
Handwerkskammer Potsdam registriert wieder Zuwachs bei den Ausbildungsplätzen
In Potsdam gibt es 834 eingetragene Handwerksunternehmen, hinzu kommen noch 362 handwerksähnliche Betriebe. Die größte Branche bilden die Elektro- und Metallhandwerke, dicht gefolgt vom Baugewerbe. im Sommer zählte die Handwerkskammer (HWK) Potsdam 13170 Mitgliedsbetriebe. Das Handwerk ist in diesem Bereich besonders stark vertreten: Kommen im Bundesdurchschnitt auf 10.000 Einwohner 104 Handwerksbetriebe, sind es hier 118. "Am Gründungswillen fehlt es wohl kaum", erklärt Kammerpräsident Klaus Windeck.
Doch die momentane wirtschaftliche Flaute geht auch am Handwerk nicht vorüber: In der Konjunkturumfrage der HWK Potsdam Anfang des Jahres beurteilen nur 15 Prozent aller Unternehmen ihre Geschäftslage als gut. 56 Prozent der Befragten gaben an, die Aufträge seien zurückgegangen. In dieser Bewertung gab es zwischen den Branchen keine größeren Unterschiede. Als Sorgenkind gilt aber das Bauhandwerk, dem jeder dritte Betrieb direkt oder indirekt angehört. Für die Konjunkturumfrage, die Anfang November veröffentlicht wird, erwartet die HWK keine wesentlichen Änderungen der Prognosen.
Windeck sieht besonders in den hohen Lohnzusatzkosten ein Problem für das andwerk: sie machten die Arbeit der Betriebe so kostenintensiv. Konkurrenz durch Schwarzarbeiter gehöre daher zu den größten Sorgen der Handwerker. In Zukunft hofft Windeck auf öffentliche Aufträge und stellt mit Blick auf Gemeinden und Ämter fest: "Nicht die billigsten, sondern die preiswertesten Handwerker sind gerade vor Ort die günstigsten". Um neue Wirtschaftsgebiete zu erschließen, orientiert sich die Kammer auch international: In der russischen Stadt Kostroma haben seit Anfang der 90-er Jahre viele Potsdamer Unternehmen mit Unterstützung der HWK wirtschaftliche Beziehungen knüpfen können. Vor Ort dient ein kleines Kontaktbüro als Vermittler. Für dieses Engagement empfing die Handwerkskammer Potsdam im März einen Förderpreis des Deutsch-Russischen Forums aus der Hand von Bundespräsident Johannes Rau.
Ein kleines Hoch kann die HWK in diesem Jahr bei den Ausbildungsplätzen verzeichnen: 1567 neue Lehrverträge konnten bislang im Kammerbezirk registriert werden, das sind 127 mehr als im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt. Im Ausbildungsbereich spielen die handwerklichen Betriebe noch immer eine große Rolle: 2001 befanden sich im Kammerbezirk insgesamt 8785 Auszubildende in einer handwerklichen Lehre.